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Unglaublich!
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»Begegnung der Kulturen«
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Roger Shimomura
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Jahrhundertelang war die traditionelle japanische Kultur gegenüber der modernen westlichen Zivilisation
vollkommen abgeschottet. Der zunächst noch verschämten Öffnung folgte alsbald ihr vollständiger Niedergang.
G.M., 17.07.10
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Abitur nach 12 Jahren muss keine Plackerei sein
Mustergültige Straffung des Lehrplanes in der Unterrichtseinheit »Geschichte der Kunst«.
G.M., 17.07.10
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»Blühende Landschaften«
Dieses ehemalige Radio- und Fernsehgeschäft in einer 1A-Lage der Potsdamer Innenstadt hat es auch zwanzig Jahre nach der
Wende zu nicht mehr als einer beindruckenden Plakatblüte gebracht. Das ist überhaupt nicht so spöttisch gemeint, wie die
Überschrift dies suggerieren mag. Die Potsdamer Altstadt ist Anfang der 1980er Jahre nur knapp einer totalen Zerstörung
durch die staatliche Plattenbauwirtschaft entgangen und hat sich erst nach der Wende prächtig entwickelt. Ohne Frage
beherbergte sie in Zeiten der organisierten Mangelwirtschaft erheblich mehr Zeichen des Verfalls als in Zeiten der sozialen
Marktwirtschaft.
Wenn die Spuren der Verwahrlosung an dem Gebäude nicht so überzeugend echt wären, könnte ein Tourist sogar glauben, dass es
sich um die provokative Installation eines ostalgischen Objektkünstlers handelt, der auf negative Begleiterscheinungen der
Wiedervereinigung aufmerksam machen will. In der Tat mag es manchem ehemaligen DDR-Bürger so vorkommen, als wenn er damals
gegenüber der plakativen Schnelllebigkeit der westlichen Informationsgesellschaft ein beschauliches Leben geführt hätte.
Dafür bezahlte er aber einen hohen Preis, nämlich mindestens fünf Monatsgehälter für einen Farbfernseher und fast lückenlose
Überwachung.
G.M., 09.05.10
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Walpurgisnacht an den Externsteinen
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© BenMastermen 2008
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Auch für moderne, schamanistische Retro- oder Show-Hexen empfiehlt es sich, rauchhart und feuerfest zu sein.
G.M., 30.04.10
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Sophie und Marie - dem Schicksal der Natur überlassen
Wohl jeder hat schon die Erfahrung gemacht, dass uns in der Natur gerade solche Dinge auffallen, die im
üblichen Sinne des Wortes gar nicht zur Natur gehören. Neugierig machen uns nicht das grüne oder verwelkte
Laub, der knorrige oder vitale Ast, der über ein Stoppelfeld hoppelnde Hase oder die am Himmel fliegende
Taube, der schlammfarbene Stein oder das vermodernde Stück Rinde, sondern das silberfarbene Kaugummipapier,
eine glitzernde Glasscherbe, die Reste eines bunten Luftballons, der an einem Zweig hängen geblieben ist
oder gar ein laut krächzender exotischer Sittich in einem Baum.
Genau diesem Phänomen verdanken zwei Meerschweinchen wohl ihr Leben: Als ich an einem Märzwochenende
frühmorgens eine Radtour machte, fiel mir in einem am Wege gelegenen Kiefernwäldchen ein heller Fleck auf,
der so gar nicht zum grün-braunen Hintergrund passen wollte. Allerdings war er auch nicht interessant genug,
um mich zum Anhalten zu bewegen und so versuchte ich, während ich vorbeifuhr herauszufinden, um was es sich dabei
handelt. Als der Fleck sich etwas bewegte, konnte ich erkennen, dass es kein Milchkarton war, wie ich zunächst
vermutet hatte, sondern ein Meerschweinchen mit einem weißen Rumpf und einem braunen Kopf.
Aufgrund der Abgelegenheit des Ortes und der Osterferien, die gerade begonnen hatten, war mir sofort klar, dass
es sich um ein ausgesetztes Tier handeln musste. Bei der nasskalten Winterung hatte es wohl keine große Aussicht,
dort längere Zeit zu überleben. Zudem bestand die Gefahr, dass es Marder, Fuchs oder Mäusebussard es als willkommene
Abwechselung auf ihrem Speiseplan betrachteten. Kurz, da das Tier von der Natur nichts gutes zu erwarten hatte,
bedurfte es Hilfe. Und so nahm ich mir vor, nach dem Ende der Radtour ausgerüstet mit Fanggerät und Transportbehälter
wiederzukommen.
Keine zwei Stunden später war ich mit einem Eimer und einem großen Handtuch wieder vor Ort. Nach kurzer Suche
entdeckte ich das Meerschweinchen, das zwischenzeitlich unter abgeschnittenen Weidengebüschen, die überall herumlagen,
Schutz gesucht hatte. Schon beim ersten Versuch, mich ihm vorsichtig zu nähern, war klar, dass es in mir keinen Helfer
in der Not, sondern einen Anlass zur Flucht sah. Um überhaupt eine Chance zu haben, es einzufangen, musste ich ein
großflächiges Fangfeld schaffen, d. h. die abgelagerten Weidengebüsche mussten weiträumig auseinandergezogen werden.
Nach fünfzehn Minuten hartem körperlichen Einsatz hatte ich nicht nur eine ansehnliche Fangarena freigestellt,
sondern auch noch ein zweites hellbraunes Meerschweinchen entdeckt. Allerdings dauerte es noch eine weitere viertel
Stunde bis es mir gelang, die weiße Meersau zu fangen. Beide flüchteten jedes Mal, wenn ich sie aufscheuchte und
mit dem Handtuch bedecken wollte, in hohem Tempo quer über die Fangfläche, um sich wieder unter Weidensträuchern
zu verschanzen. Zum Zeitpunkt meines ersten Jagderfolges war ich folglich schon dermaßen verschwitzt, verdreckt
und genervt, dass ich ihn kaum genießen konnte.
Da ich da braune Exemplar schon einige Zeit nicht mehr gesehen hatte, spielte ich einen Augenblick mit dem
Gedanken, es sich selbst zu überlassen. Doch dann dachte ich daran, dass es auf sich allein gestellt, nicht
nur elendig, sondern auch noch einsam zu Grunde gehen würde. Also erneut alle Weidengebüsche abgeklopft bis
es endlich zum Vorsch(w)ein kam. Zum Glück flüchtete es nach kurzer Verfolgung in einen hohlen Baumstumpf,
aus dem ich es – nachdem ich alle Ausgänge mit dem Handtuch abdeckt hatte – fiepend und quiekend herausziehen
konnte. Und dann ab in den Eimer und ab zum städtischen Tierheim.
Die Mitarbeiter des Tierheims war wegen der morgendlichen Fütterungszeit arg beschäftigt und so dauerte es
einige Zeit bis ich einen von ihnen auf meine Beute aufmerksam machen konnte. Der wurde sichtlich freundlicher
als er die mit Rindenstückchen und Laubresten bedeckten Meerschweinchen sah. Nach kurzem Ausdruck des Entzückens
und Bedauerns griff allerdings Routine, d. h. es wurde das Geschlecht der Tiere bestimmt und die Fundanzeige
geschrieben. Einige Tage später fand ich dann auf der Website des Tierheims folgende anrührende Geschichte:
Wer kennt die beiden Meerschweinchen und kann uns ggf. Hinweise darauf geben, wer die Tiere
einfach »draußen« ihrem Schicksal überlassen hat?
»Am 27.3.2010 wurden in Lippstadt in einem am Weg aufgeschichteten Reisigstapel zwei Meerschweinchen
gefunden - entkräftet, ausgetrocknet, ausgehungert - und von Milben befallen. Beide hatten das Mäulchen
voller Erde und Rindenmulch - vermutlich haben sie verzweifelt nach Fressbarem gesucht.
Sophie (li) und Marie (re) befinden sich in zwei Pflegestellen des Tierheims. Dort werden die Tiere gepäppelt.
In neue Familien können sie erst vermittelt werden, wenn sie zu Kräften gekommen sind und die Milbenbehandlung
gut anschlägt. Wir drücken den beiden Glücksschweinchen die Daumen!«
Nun ja, die beiden mögen zwar »hungrig« gewesen sein, aber »verzweifelt« schienen sie mir überhaupt nicht.
Und dafür, dass sie »entkräftet« und »ausgetrocknet« waren, hatten sie sich als extrem fitt und pfiffig erwiesen.
Man könnte sogar sagen, dass die Tierschützer meinen Allgemeinzustand nach der von mir noch vor dem Frühstück
durchgeführten Radtour und Fangaktion trefflich beschrieben hatten.
Zweifellos haben wir es hier mit einem typischen Beispiel für die vermenschlichende Sprache zu tun, mit der
Tierschützer über ihre Schutzobjekte reden. Und vielleicht liegt der Sinn dieser dramaturgischen Überzeichung
oder auch Verniedlichung der Realität sogar darin, dass sich Tierschützer für ihren enormen Einsatz, den sie
täglich leisten, immer wieder aufs Neue motivieren können.
G.M., 08.04.10
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Wiedererwachtes Gespür für Schnee
Mit einem ehrfürchtigen Erstaunen, das nicht selten in ein idealisierendes Verzücken umschlägt, lesen wir, dass die Eskimos
unzählige Bezeichnungen oder Wörter für Schnee haben. Wir denken dann: Oh, Du noch unverdorbenes, empfindsames Naturvolk mögest
Du noch lange von den abstumpfenden Einflüssen der modernen Zivilisation verschont bleiben. Von kritischen Sprachwissenschaftlern
wird diese Geschichte, die erstmals vor fast 100 Jahren von lingualen Ethnologen in die Welt gesetzt wurde, inzwischen als ein
Beispiel für ein modernes Märchen (›great eskimo vocabulary hoax‹) gehandelt. Tatsächlich hätten die Eskimos nicht mehr Wörter
für Schnee als wir. Die vermeintliche Vielzahl käme dadurch zustande, dass die Eskimosprachen polysynthetisch seien, d. h. selbst
für ein sehr seltenes Ereignis, wie ›Schnee, der auf einen afrikanischen Elefanten fällt‹, würden die Eskimos, falls es eintritt,
einen eigenen Ausdruck bilden.
Wie dem auch sei, wir (in diesem Fall die Bewohner der norddeutschen Tiefebene) sind in den eher milden Wintern der letzten Jahre
bestens mit einer Bezeichnung für Schnee ausgekommen und die hieß ›Matsch‹ oder ›Scheißmatsch‹! In diesem Winter war allerdings alles
anders, da haben uns eisige Schneefronten wieder in naturerkundende Trapper verwandelt. Wer frühmorgens seinen noch schläfrigen und
äußerst kälteempfindlichen Körper aus dem Haus schleppte, um das unter der Laterne geparkte Auto startklar zu machen, wusste nie,
was ihn erwartete. Manchmal war der Schnee auf dem Auto so fein, dass er an Puderzucker auf dem Küchentisch, dann wieder so flockig,
dass er an Staubmäuse unter dem Bett erinnerte. Auf den Einsatz eines Schneeschiebers oder Eiskratzer konnte man dann verzichten, weil
einfaches Pusten reichte, um klare Sicht zu schaffen.
Und so nimmt es nicht Wunder, dass die Spur dieser aparten Hand uns nicht in das eisige Grönland, sondern ins jecke Rheinland führt.
G.M., 20.02.10
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Rasender Reporter erneut im Valle Gran Rey gesichtet
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Jeanette Schweikert
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Der rastlos rasende Reporter Ubi Blutsventje am wildromantisch-felsigen Kies-Sandstrand Playa Ingles, wo es weitaus empfehlenswerter ist, zu biken
als zu baden. Viele werden glauben, dass Blutsventje hier ein trendiges Mountainbike testet und für seine Sponsoren ins rechte Abblendlicht rückt.
Wie ich ihn kenne, ist er vorrangig auf der Flucht vor dem allabendlichen Bongogetrommel an der Playa Maria.
Die Playa Maria ist ein traditionsreicher und immer noch angesagter Ort, an dem, wenn die rote Sonne abends hinter
Hierro (oder dessen Wolken...) im Meer versinkt, nicht nur die Herzen vieler schräger Vögel, sondern auch die Deckel
der in der Casa Maria gekauften Doradoflaschen aufgehen. Gerüchten zufolge entzieht sich auch die genervte Sonne immer
öfter diesem unvergleichlich kultigen Spektakel.
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Jeanette Schweikert
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Erstmalig bin ich Blutsventje im Januar 2009 in Arure kurz vor dem Abzweig nach Las Hayas begegnet. Als er zu mir aufschloss, fragte er
mich, ob ich nicht Lust hätte, ihn zu dem auf 1.100 m Höhe gelegenen Chipude zu begleiten. Irgendetwas in mir nickte, obwohl ich einem
Kreislaufkollaps erheblich näher als dem neuen Ziel war. Dass das Vorhaben dann doch gelang, lag auch daran, dass Blutsventje nicht
seinem Motto »Jeder Meter zählt...« folgte, sondern nur eine lockere Trainingseinheit absolvierte.
Wir sprachen auf unserer gemeinsamen Etappe nicht viel miteinander. Ich keuchte auf meinem Tourenrad hinter ihm her und dachte entweder
ist er schmerzfrei oder er hat das Potenzial zu einem guten Freund. Spätestens seitdem ich ihn Anfang dieses Jahres auf der
Strandpromenade von La Playa wiedergetroffen habe, weiß ich, er ist und hat beides. Dies wurde mir ohne Umschweife
von seiner Frau Jeanette bestätigt, die auch schon mal amüsante Limericks über ihren rasenden Reporter schreibt.
Hier eine Kostprobe:
»Ein rasender Reporter auf den Kanaren
Ubi Blutsventje genannt von seinen Vorfahren
eilt von Event zu Event
deshalb ihn die ganze Bike-Welt kennt
als PIRAT trotzt er allen Gefahren«
G.M., 01.02.10
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Bei La Gomera-Residenten ist die Playa Ingles auch als »Bärenküste« bekannt. Warum diese Bezeichnung heute immer weniger zutrifft, gehört hier
nicht hin und kann man/frau für 2,50 Euro (+ saisonabhängige Flugticketkosten) im skurrilen internationalen Insel-Magazin
»Der Valle-Bote« (Nº 65)
nachlesen (Beitrag: »Nackig an der Bärenküste« von Eva-Maria Hurrlemann-Spiegelberg)!
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Barbie-Kicker
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Chloe Ruchon
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Frauenfußball jetzt auch in Spielhallen auf dem Vormarsch...
G.M., 05.01.10
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Alarmierendes Weihnachtsmannsterben
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Paul Langrock
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Bei der diesjährigen Weihnachtsmann-Zustandskartierung wurden erstmals Anzeichen für
ein alarmierendes Weihnachtsmannsterben festgestellt. Dieses Exemplar wurde in den
frühen Morgenstunden aufgeknüpft an einer Laterne am Kaiserdamm in Berlin gefunden.
Das Weihnachtsmann-Sterben scheint sich auf vorweihnachtlich geschmückte Innenstädte
und Wohnviertel zu konzentrieren. Hier wurden die meisten geschädigten oder bereits
toten Weihnachtsmänner kartiert.
Als Schadensursachen werden Faktoren wie Stress und Frust diskutiert. Mit Apfel, Nuss
und Mandelkern locke der Weihnachtsmann heute bei kaum einem Kind mehr Freudentränen
hervor und mit dem Transport von Playstation, PC und Mountainbike seien viele Weihnachtsmänner
schlicht überfordert. Da ein Bewusstseinswandel weg von immer exzessiveren Wünschen nicht
zu erwarten sei, wird von den Experten über die Züchtung belastbarerer, stress- und
frustresistenter Sorten nachgedacht.
Und zum Schluss noch eine gute Nachricht: Bei der diesjährigen Waldzustandskartierung wurde die
Tanne von der Schadstufe 3 (»deutliche Schäden«) in die Schadstufe 2 (»bedingt schlagbar«) herabgestuft.
Also rein in den Wald und raus mit den Dingern!
G.M., 24.12.09
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Die Kirche in den Zeiten der Schweinegrippe
In den Zeiten der Schweinegrippe-Pandemie oder genauer gesagt -Hysterie*) verkehren sich die Dinge. Hatte früher jemand
eine extreme Abneigung gegen etwas, dann sagte man, er scheue es, wie der Teufel das Weihwasser. Heute verliert dieses
Bild seine Kraft, denn der Teufel fürchtet das Weihwasser nicht mehr, sondern er scheint sich in Gestalt eines heimtückischen
Virus darin zu verstecken, um fromme Gläubige zu befallen. Zumindest drängst sich dieser Eindruck auf, wenn man die von
der Deutschen Bischofskonferenz erstmalig herausgegebenen allgemeinen Handlungsempfehlungen für den Infektionsschutz in
Gottesdiensten liest. Darin wird angemahnt, dass bei der Nutzung des Weihwasserbeckens in Kirchen Zurückhaltung geboten
sei. (Noch schlimmer in Portugal: Dort wurde sogar angeordnet, die Weihwasserbecken zu leeren.) Zudem sei es nicht
zwingend notwendig, sich beim Friedensgruß die Hand zu reichen, ein freundliches Nicken könne ebenfalls ein Zeichen des
Friedens sein. Und wer an Grippe erkrankt sei oder bei wem auch nur der Verdacht auf eine Infektion bestehe, soll auf die
Teilnahme an Gottesdiensten verzichten. Da fragt sich doch der kritische Katholik ziehen denn wieder die Pest oder Cholera
durchs Land, um ohne Gnade und Ansehen der Person arme Sünder ins Jenseits zu befördern? Und wurden früher nicht sogar die
Sterbenskranken in die Kirchen geschleppt, um ihre Aussicht auf ewiges Seelenheil oder doch zumindest irdische Genesung zu
verbessern? Wie viel Gottvertrauen herrscht eigentlich noch bei den geistlichen Würdenträgern, wenn jetzt schon der Verdacht
auf eine vergleichsweise harmlose Infektion ausreicht, um von Gottesdiensten ausgeschlossen zu werden?
Auch von der Mundkommunion rät die Bischofskonferenz ab. Die wird zwar hierzulande nur noch von wenigen Traditionalisten
praktiziert, die liegen aber, seit Benedikt XVI. als heiliger Vater im Vatikan residiert, wieder im Trend, weil der ein Faible
für altehrwürdige Riten hat. Da fragt sich, ob es bei dieser Handlungsempfehlung um den Infektionsschutz geht, oder
ob die in Glaubensfragen ansonsten eher moderate Bischofskonferenz versucht, hier den erzkonservativen Papst mit dem Rückenwind
der Schweinegrippe auszubremsen? Vermutlich ist nicht einmal allen Bischöfen bekannt, dass die Mundkommunion früher wegen des
gleichen Tieres eingeführt wurde, wegen dem sie heute abgeschafft werden soll. Im Mittelalter kam es immer wieder vor, dass
fromme Bauern die Hostie, statt sie in der Kirche zur Beförderung ihres eigenen Seelenheil zu verspeisen, an eine kranke
Sau verfütterten, um deren Aussicht auf Genesung zu verbessern. Das war beileibe kein blasphemischer Schabernack, sondern hier
ging es nicht selten um Leben und Tod, weil von einer gesunden fetten Sau die Existenz einer ganzen Bauernfamilie abhängen konnte.
Um dieser missbräuchlichen Nutzung der Eucharistie vorzubeugen und das Herausschmuggeln der Hostien zu erschweren, hat die
katholische Kirche die Hand- durch die Mundkommunion ersetzt. Eine durchaus wirksame Maßnahme, wie ich aus eigener Erfahrung
bestätigen kann. Aus meiner Kinderzeit erinnere ich mich daran, dass die Hostien, wenn man sie nicht direkt verspeiste, dazu neigten,
wie eine Autobahnvignette an der Windschutzscheibe am Gaumen zu kleben und selbst mit dem Fingernagel kaum abzulösen waren.
Werfen wir noch einen Blick auf die reichhaltige Erfahrung der Kirche im Umgang mit Epidemien. Und zwar mit der auch
als »Schwarzer Tod« bekannten Beulenpest, einer grauenvollen Seuche, die den Namen Pandemie wirklich verdient. Diese Seuche hat
allein im 14. Jahrhundert in nur wenigen Jahren fast ein Drittel der Bevölkerung Europas hinwegrafft und ganze Städte entvölkert.
Das große Sterben war so schnell, dass mancher, der abends gesund ins Bett ging, noch starb, bevor der Morgen graute. Weil die
meisten der unzähligen Pestopfer ohne Beichte ins Massengrab sanken (wenn sich denn überhaupt ein Siechenknecht fand, der sie
verscharrte), hatte der Papst den Gläubigen eine Generalabsolution erteilt. (Ganz anders in Mexiko, dem Mutterland der heutigen
Misere: Bereits direkt nach dem Ausbruch der Schweinegrippe wurden die Beichtstühle in einzelnen Kirchen geschlossen, allerdings
ohne den Gläubigen eine entsprechende Dispens zu erteilen.) Der damals in Avignon residierende Papst Clemens VI. soll sich auf
Anraten des letzten ihm verbliebenen (und nicht aufs Land geflüchteten) Leibarztes in die hintersten Gemächer seines Palastes
zurückgezogen und Tag und Nacht zwischen zwei lodernden Feuern verbracht haben, die ihm »Miasmen« vom Leib halten sollten – gefährliche
Dünste, die als Ursache der Pest galten. Er überlebte wie auch manch anderer Wohlhabende, der sich in Paläste oder stadtferne
Landsitze zurückziehen konnte. Das mittellose Volk war dagegen in den verdreckten Stadtquartieren, wo es in enger Nachbarschaft mit
Ratten lebte (von deren zentraler Bedeutung im Pestgeschehen niemand ahnte) der entsetzlichen Seuche schutzlos ausgeliefert und
siechte massenhaft dahin.
Die Pest hatte wie alle großen Seuchenzügen eine äußerst demoralisierende Wirkung auf die Menschen und führte zur Auflösung moralischer und
ethischer Normen. Das endlose Grauen hatte nicht nur zur Folge, dass Väter ihre erkrankten Familien und Mütter ihre erkrankten
Kinder im Stich ließen, sondern auch, dass viele ihr vielleicht kurzes Leben noch einmal genießen wollten. Trunkene Daseinsbejahung und
ungezügelte Genusssucht griffen um sich. Tanz und orgiastische Gastmähler, Diebstahl und ungeheuerliche Gewalttaten waren ebenso wie
Selbstmord an der Tagesordnung. Auch der Groll auf die Geistlichen wuchs, zumal er latent bereits vor dem Ausbruch der Seuche vorhanden
war. Die Geistlichen predigten Sittsamkeit, Armut und Aufrichtigkeit, lebten aber vielfach unkeusch, ausschweifend und heuchlerisch. Als
der »Schwarze Tod« in die Städte einzog und die Priester, Mönche, und Wanderprediger ihre Ohnmacht erkannten, flohen sie ebenso wie die
Ärzte und ließen die Erkrankten im Stich. Zu Tausenden mussten die Gläubigen, ohne die Tröstungen durch die heiligen Sakramente sterben.
In der tiefreligiösen Gesellschaft des Mittelalters hatte dies eine ganz andere Bedeutung als in der heutigen säkularisierten Gesellschaft,
in der religiöse Traditionen weithin relativiert sind. Auch in unserer aufgeklärten Gesellschaft ist allerdings zu befürchten, dass bei den
Bürgern wenig Bereitschaft bestehen würde, während einer verheerenden Epidemie ihr Leben für höchstinfektiöse Schwerkranke und Sterbende
einzusetzen. Entgegen allen religiös oder auch politisch korrekten Beteuerungen würde die Gesellschaft beim Ausbruch einer Pandemie nicht
minder panisch als Mittelalter reagieren und wohl wenig Skrupel haben, eine infizierte Minderheit zu isolieren, die eine Mehrheit bedroht.
Zweifellos zeigt die Schweingrippe bisher nicht die klinischen Symptome einer Pandemie, sondern vielmehr alle hysterischen und ökonomischen
Merkmale einer künstlich geschürten Angst vor einer Pandemie, mit all den vielen negativen gesellschaftlichen Begleiterscheinungen.
Panikreaktionen sind leicht auszulösen, weil sich die Seuchenzüge vergangener Jahrhunderte tief in das kulturelle Gedächtnis der Menschen
eingebrannt haben. Um so skandalöser ist es, dass die Kirche auf eine vergleichsweise harmlose Epidemie mit völlig überzogenen Handlungsempfehlungen
reagiert, die geeignet sind selbst Gläubige auszugrenzen, bei denen auch nur der Verdacht auf eine Infektion besteht.
Anmerkung
*) In Deutschland ist die Angst, an einer Schweinegrippe-Infektion zu sterben, derzeit erheblich größer, als bei einem Autounfall tödlich zu
verunglücken. Dies steht im diametralen Widerspruch zur tatsächlichen Gefährdungssituation. Es trifft zwar zu, dass die Chance, an
Schweinegrippe zu erkranken, in der winterlichen Grippesaison größer ist, als in einen Autounfall verwickelt zu werden – aber die Zahl
der Infizierten, die bisher am H1N1-Virus gestorben sind, ist im Vergleich zu der Zahl der Verkehrstoten äußerst gering. In Mexiko, dem
Mutterland des vermeintlichen Schreckensvirus, wurde bei einer Gesamtbevölkerung von 110 Millionen Einwohnern (und keiner Massenimpfung) bisher
nur bei 63 Todesfällen das H1N1-Virus nachgewiesen. In Australien wo die winterliche Grippesaison bereits beendet ist, wurden laut
Gesundheitsministerium 189 Todesfälle im Zusammenhang mit dem H1N1-Virus nachgewiesen. Bei dieser Zahl ist zu berücksichtigen, dass die
Schweinegrippe die in Australien sonst saisonal übliche Grippe, die normalerweise zwischen 2.000 und 3.000 Todesopfer fordert, fast vollständig
verdrängt hat. Solange der Schweinegrippe-Virus nicht zu einer wirklich gefährlichen Form mutiert, sollte man sich also weniger Gedanken über
die Folgen einer möglichen Infektion machen, als über die Folgen einer vorsorglichen Impfung. Hierüber toben in den einschlägigen Internetforen
derzeit regelrechte Kommentarschlachten.
Dabei geht es um die Frage, ob die Adjuvanzien (Zusatzstoffe), die dem in Deutschland für die Bevölkerung
vorgesehenen Impfstoff »Pandemrix« als Wirkverstärker und Konservierungsmittel beigefügt sind, schwere Autoimmunkrankheiten provozieren können und
dadurch ein erheblich gefährliches gesundheitliches Risiko als eine Schweingrippe-Infektion darstellen. Der für die Bundeswehr (und ursprünglich auch
für die Bundesregierung und Krisenstäbe) vorgesehene zusatzstofffreie Impfstoff »Celvapan« wird dagegen weithin als unbedenklich angesehen.
Literaturempfehlung
Winkle, Stefan (1997): »Kulturgeschichte der Seuchen«. – Düsseldorf/Zürich
G.M., 22.11.09
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Erst seit kurzem ist bekannt, dass Schweine zu dem sehr exklusiven Club jener wenigen Tierarten gehören,
die sich im Spiegel erkennen können, also zu einem gewissen Grad über ein Ich-Bewusstsein verfügen.
Diese außergewöhnliche Intelligenzleistung wiegt jedoch nicht den enormen Imageschaden auf, den
sie (unverdientermaßen) seit dem Ausbruch der Schweinegrippe erlitten haben.
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›Hier bin ich Mensch, hier darf ich Schwein(egrippe) sein!‹
Als ich neulich durch die Straßen einer deutschen Kleinstadt schlenderte, sah ich zufällig den Inhaber einer
Apotheke aus seinem Geschäft kommen. Er schwang sich auf sein Fahrrad und bog in die nächste Einfahrt ab.
Dort schien er sich unbeobachtet zu fühlen, denn er schnäuzte – zuerst das rechte und dann das linke Nasenloch
mit dem Finger zudrückend – so richtig kräftig auf die Straße. Oh, dachte ich, der ist aber geschäftstüchtig!
Sehen so etwa die besonderen Schutzmaßnahmen aus, mit der die drohende Ausbreitung einer Influenza-Pandemie
verhindert werden soll?
Diese Beobachtung will natürlich so gar nicht in das Bild vom vertrauensvoll kompetenten und hygienisch vorbildlichen
Apotheker passen, das uns seit einiger Zeit zur besten Sendezeit in der Fernsehwerbung oder von der Hauspostille
der Apotheken vermittelt wird. Außerdem kennt wohl jeder von uns das besorgt freundliche Gesicht, das uns im
klinisch einwandfreien Umfeld entgegenlächelt, wenn wir eine Apotheke betreten. Und wir alle haben schon mal
erlebt, dass diese Miene sich etwas ins Vorwurfsvolle verzieht, wenn wir statt eines Original-Medikamentes ein
billiges Generikum wünschen.
Aber auch der Kauf eines günstigen Generikums schützt uns nicht vor einer ausführlichen persönlichen Beratung
über die Dosierung, Einnahme, Wirkung und mögliche Nebenwirkungen des Präparates. Das ritualisierte
Beratungsgespräch endet meist mit der Frage, ob das Medikament, selbst wenn es problemlos in jede Hosen- oder
Jackentasche passt, in einem Tütchen verstaut werden soll. Nähert sich die Kaufsumme der Zehn-Euro-Marke wird
man zusätzlich mit einem Päckchen Papiertaschentücher zwangsbeschenkt, das mit der etwas verlegenen
Bemerkung, ›man weiß ja nie...‹ überreicht wird.
Und das sollte unser schnäuzender Apotheker – um wieder zum Thema zurückzukommen – doch eigentlich auch zur
Hand gehabt haben! Nun hört man in letzter Zeit immer öfter von parasitären Mikroorganismen, die das Verhalten
ihrer infizierten Wirte auf unglaubliche Weise zu ihren Gunsten manipulieren. Kleine Leberegel, die Ameisen
dazu bringen, an die Spitze von Grashalmen zu klettern, damit sie leichter von Schafen, in deren Organismus
sich der Parasit vermehrt, gefressen werden können. Oder parasitäre Einzeller, die Gnus in der afrikanischen
Savanne dazu bringen, sich abseits der Herde zu begeben, um so das bevorzugte Opfer von Löwen zu werden, die
ebenfalls Teil ihres Vermehrungszyklus sind.
Es gilt inzwischen als sicher, dass auch das Verhalten des Menschen durch Mikroorganismen manipuliert wird,
auch wenn darüber noch wenig bekannt ist. So steigert der Erreger der ›Lustseuche‹ Syphilis die sexuelle
Aktivität infizierter Menschen, um sich effektiv zu verbreiten. Und der Malaria-Parasit ändert vermutlich
den Geruch seiner Opfer, so das diese für die Anopheles-Mücke, den Überträger der Krankheit, besonders attraktiv
duften. Und niesen wir bei einem Schnupfen wirklich, um die Krankheitserreger loszuwerden oder veranlasst uns der
Virus, die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, weitere Opfer zu infizieren?
Auch unser braver Apotheker könnte also womöglich nicht willentlich geschnäuzt haben, sondern im Gegenteil,
dieses unbändige Verlangen im hartem stundenlangen Ringen mit einem hinterlistigen Parasiten in seinem Geschäft
unterdrückt haben, um den Ruf seiner Apotheke als hygienisch und sozial einwandfreien Ort nicht zu gefährden.
Bei der ersten Gelegenheit, wo er sich unbeobachtet fühlte, hat er dann den asymmetrischen Kampf auf- und
seinem manipulierten Verlangen nachgegeben und herzhaft auf die Straße geschnäuzt. Verbirgt sich hinter unserem
schnäuzenden Apotheker also schlussendlich noch ein tragischer Held?
Ich glaube nicht, denn erstens ist es unwahrscheinlich, dass ein Parasit einen Menschen dazu
bringt, ›beidfingrig‹ auf die Straße zu schnäuzen. Und zweitens ist das Schnäuzen auch bei kerngesunden
Outdoor-Sportlern, die gewöhnlich keine Taschentücher mit sich führen, übliche Praxis, um sich überflüssigen
Sekreten zu entledigen. Wir dürfen daher annehmen: Unser Apotheker hatte die Nase gestrichen voll, sich in seinem
Geschäft als vertrauensvoll-steriler Gesundheitsapostel zu präsentieren. Und sobald er sich nach dem Verlassen
seiner Apotheke unbeobachtet fühlte, wird er wohl in Abwandlung eines berühmten Goethe-Zitates gedacht
haben: ›Hier bin ich Mann, hier darf ich Schwein!‹
G.M., 02.08.09
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Nach den Vorstellungen von Standesvertretern soll die Apotheke ein magischer Ort, d. h. zu einer Sehnsuchtsstätte
sozialer Erwünschtheit und gesunder Lebensfreude werden, damit sie zukünftig im Wettbewerb mit Ketten, Drogerien
und Internetangeboten bestehen kann. Fragt sich, ob das Service-Personal solcher ganztägig glückseligen Orte nicht
zur mentalen Regenerierung Räume braucht, in denen es sich sozial völlig verpflichtungslos oder gar verwahrlost
verhalten kann?
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Von der Weisheit ukrainischer Großmütter*
»Männer sind Scheiße, sieh zu, dass Du einen möglichst kleinen Haufen abkriegst.«
»Die Frau ist der Floh in der Felljacke eines Mannes, sorge dafür, dass Du der einzige bist.«
»Und denke immer daran, Liebe ist nicht alles, Geld muss auch dabei sein.«
*Verbürgt mahnende Abschiedsworte einer ukrainischen Großmutter an ihre Enkelin, die ihr Glück im Westen suchen will.
G.M., 21.06.09
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Wo die Wirtschaft noch brummt
Zufällige Gesprächsrunde über die zunehmende Kurzarbeit. Ein Teilnehmer, der für eine Baufirma arbeitet, outet sich als nicht betroffen. Dies ruft
allgemeines Erstaunen hervor, denn niemand kann sich vorstellen, dass wegen der rigiden Kreditvergabe in Zeiten der Bankenkrisen noch viel gebaut
wird. Doch sagt der Mann von der Baufirma: »Jede Menge Altenheime und Mastställe!«

Eine aufschlussreiche Antwort, die uns zweierlei lehrt: Zum Einen, dass unsere finanzkräftigen älteren Mitbürger wohl solange umworben und
ausgeplündert werden, bis sie nichts mehr zu vererben haben und zum Anderen, dass die Landschaft auch dann noch mit immer neuen EU- subventionierten
Schweine- und Hähnchenmastanlagen zugepflastert wird, wenn die öffentliche Hand schon völlig überschuldet ist und die Märkte von
Schweine- und Hähnchenfleisch nur so überquellen.
G.M., 07.02.09
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Wo die Wirtschaft nicht mehr brummt
Gastwirt Dieter Möller zum endgültigen Aus seines bekannten, am idyllischen Waldrand des Wesergebirges gelegenen Ausflugswirtshauses:
»Früher liefen die Menschen in Massen in den Berg und kehrten hungrig und durstig bei Mettwurst-Möller ein: Die Wandergeneration sterbe
weg, meint Möller: Nordic walking sei kein Ersatz, ›Klack, Klack, Klack‹ macht er dann und ahmt die Stockgeräusche nach. Vor kurzem erst
hat es am Haus wieder geklackert, als eine Frauengruppe Rast einlegte. Die Bestellung wird der Wirt nicht vergessen: Sechs wollten
Mineralwasser, drei gar nichts. Zwei teilten sich dann ein Mineralwasser, und als eine Frau ein Mettwurstbrot bestellen wollte, hat eine
andere das praktisch untersagt - schließlich treibe man ja Sport.« (Neue Westfälische, 28.01.09)
Ob Herr Möller wohl ahnt, dass sich die Walkerinnen zu Hause angekommen und vom Gruppenzwang befreit, mit der gleichen Begründung
die Mettwurst- und Sahnestücke reinschieben?: ›Dafür, treibe man ja schließlich Sport!‹
G.M., 05.02.09
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Vorsicht bei Wellness-Angeboten in der Provinz
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- Aufgeschnappt von ›Schneule‹
Ganzheitliche Wohlfühlmassagen bereichern inzwischen auch das Angebot vieler Frisörsalons auf dem Lande. Allerdings
geht es hier schon mal handfest zur Sache, z. B. wenn die sture Kuh partout nicht sagen will, wer da letzte Woche
spätabends über drei Stunden vor ihrem Haus geparkt hat.
G.M., 01.02.09
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Über die Partnerbörse
Der Detektiv nennt es »Kunstraub«, der Politiker »Lastenausgleich«, der Biologe »Kosten der sexuellen Selektion« und
der Kreationist »Intelligent Design«
G.M., 24.11.07
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Fumar causa...

...oder die Zigarette danach!
G.M., 12.06.07
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Vom Umgang mit Leichen

Fast jeder hat eine Leiche im Keller, aber nur wenige führen sie an der Leine.
G.M., 29.04.07
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